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Historie

Die Geschichte der Familie Puricelli wirkte als Wirtschaftsfaktor und gesellschaftliche Ausstrahlung fast zweihundert Jahre. Nicht nur als Ingenieure und Unternehmer, sondern auch als Stifter und Mäzene - als Förderer von Kunst und Wissenschaft - ist ihr Handeln eng mit der Wirtschafts-, Sozial- und Architekturgeschichte der Region Rhein-Hunsrück-Nahe verbunden. Bereits ein Vierteljahrhundert vor der Bismarckschen Sozialgesetzgebung führten die Puricellis 1860 den Knappschaftsverein zur sozialen Absicherung der Arbeitnehmer ein.

Es war Carl Puricelli, der seit 1791, durch die Heirat mit Margarethe Utsch, die Geschicke der Rheinböllerhütte maßgeblich bestimmte. Er übernahm mit 25 Jahren als Ingenieur von seinem Schwiegervater, Friedrich Wilhelm Utsch, die Leitung des Hüttenwerkes. 1805 starb Carl Puricelli mit gerade einmal 39 Jahren. Margarethe übernahm mit ihren vier Kindern die Leitung des Unternehmens. Ihr gelingt es, die Voraussetzungen f�r eine spätere Expansion zu schaffen, so dass das Unternehmen erfolgreich in das Zeitalter der industriellen Revolution mit seinen neuen Anforderungen geführt werden konnte.

Zu den größeren Stiftungen in der näheren Umgebung gehören das Waisenhaus in Rheinbüllen mit Krankenhaus und Kapelle (Eugenie Puricelli), das Frauenkrankenhaus St. Franziska-Stift in Bad Kreuznach mit Parkanlage (Franziska Puricelli) und das Blindenheim in Bingen (Carl III).

Insbesondere unter Carl (II) und Carl (III) konnten die Puricellis ihre Absatzmärkte ausbauen. Erst unter den Folgen des ersten Weltkrieges kam es zu erheblichen Einschnitten in den Vertriebswegen. In einer politisch instabilen Zeit und in einer Gesellschaft im Umbruch, strukturierten die Puricellis 1923 das Unternehmen noch einmal grundlegend um. Um trotz Inflation und Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise die Ernährung der Arbeitnehmer zu gewährleisten, entstand nahe der Stromberger Neuhütte, die Brotfabrik Junkersmühle, die sich heute noch im Besitz der Familie befindet. In den 50er Jahren wurde unter Paul Puricelli noch einmal ein Modernisierungsprogramm durchgeführt. Danach verpachtete Paul Puricelli den Betrieb an die Firma Meyer & Weichelt, die 1959 in Konkurs ging. Damit endete der aktive Betrieb der Rheinböller Hütte.
Quelle: Peter Bahn, Die Puricellis, Bad Kreuznach 1989.

Rheinböllen Puricellis

Die Liegenschaften heute

Vom ehemaligen Hüttenbetrieb ist heute noch der altrosafarbene Barockbau mit Erker erhalten. Dieses Gebäude hatte Clara Puricelli gestiftet - es diente als Haushaltsschule St. Clara und wurde vom Familienunternehmen unterstützt. Noch heute ist es im Familienbesitz. Gegenüber stand das ehemalige Pfärtnerhaus mit Werksglockenturm, wovon heute nur noch die Fundamente in der Fichtendickung existieren. In dem großen Gebäude links der Straße, das gegenwärtig als Lagerhalle genutzt wird, waren die Hochhöfen untergebracht. Die Nachkommen der Familie Puricelli bewohnen gegenwärtig das ehemalige Beamtenhaus. Dieser Gebäudekomplex wurde in den 70er Jahren von Hildegard von Nell, geborene Schorlemer, aufwendig saniert und die Parkanlage restrukturiert. Der ehemalige Wohnsitz von Clara und Paul Puricelli, die Villa am Hang, befindet sich heute immer noch im Besitz der Nachkommen.